18Text: CfFaust
Collage: CfFaust
Gedicht: CfFaust
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18. Der stürmische Morgen

Also für mich sieht ein stürmischer Morgen anders aus. Für mich ist der Sturm der Lärm der Autobahn, der mir hier am Stadteingang um die Ohren weht. Und wie es hier stinkt. Nach Abgasen. Nach Tankstelle. Nach Müll. Wie der hier immer aufgewirbelt wird. Der Müll. Richtige kleine Müllwirbelstürme gibt es hier. Wolkenfetzen sieht man hier erst gar nicht. Ich erkenn zumindest keine. Ist ja sowieso alles grau. Betongrau. Die Kleider der Hochhäuser um mich rum. Die Menschen müssen ja irgendwo pennen. Von den Flugzeugen flattern die Dachziegel. Das ist ein matter Streit. Wo sieht man denn heute noch Wolkenfetzen flattern. Also ehrlich. Geil find ich die roten Feuerflammen. So nenn ich meine Lieblingswerbung auf dem Weg downtown. Überall Werbeflächen, überall Bildschirme, wo rote Dessous mich aufgeilen. Das ist so recht nach meinem Sinn. An der Bushalte steht „fuck life“. Es ist der Stadtraum, in dem gemalt ich mein eignes Herz seh.