10646519096_7d00899470_mText: CfFaust
Sprayer: Unbekannt

Die Stimme der Traurigkeit 30

Ich denke das wird jetzt mein letztes Throw-up hier. Ich möchte danach nicht mehr weiterschreiben. Obwohl es ja noch so viele Mädchen gäbe, denen man eine Stimme verleihen müsste, will ich nun nicht mehr weiterschreiben. Es soll hier aber auch nicht Schluss sein. Ich stehe ja letztendlich immer noch an der Ecke, an der du mich hast stehen lassen. Deshalb muss das Ganze auch an der Ecke enden. Aber hier will ich Schluss machen zu schreiben. Ich spüre einfach, dass ich hier nicht mehr weiterkomme. Dass ich mich hier im Kreis drehe. Klar gäbe es da Themen, die noch angesprochen werden müssten. Aber in mir drin ist Jemand, der sagt mir, dass es jetzt reicht. Die Stimme des traurigen Mädchens soll wieder verstummen. Das traurige Mädchen soll nun wieder das sein, was es ist, nämlich ein Kunstwerk, das mit seinen Farben spricht, mit seinem Ausdruck. Dafür braucht es keine Buchstaben. Damit das traurige Mädchen mit seinem Ausdruck sprechen kann, braucht es nur wenige Striche. Einen Mund aus zwei Strichen, einen Strich der zugleich Augenbraue wie Nase ist. So wenig reicht schon aus, um das Mädchen sprechen zu lassen. Ich bin traurig, sagt das Mädchen. Ich bin einsam, sagt das Mädchen. Hier bist du ein Indianer-Mädchen. Toll siehst du hier aus, in deinem Indianerkostüm. Du hast dir einen roten Punkt ins Gesicht gemalt. Das sieht irgendwie so indisch aus. Aber ich finde Indianer-Mädchen zu sein passt besser zu dir. Das schätze ich so an dir. Dass du so wandelbar bist. Gleichzeitig aber immer du selbst bleibst. Das finde ich toll. Du bist mein Vorbild geworden. Jetzt, wo ich das letzte Throw-up schreibe, kann ich auch nicht mehr von dir in der ersten Person sprechen. Du bist das traurige Mädchen, das mit seinem Ausdruck spricht. Ich bin jemand anderes. Ich bin jemand, der sich hinter dir versteckt, um nicht entdeckt zu werden. Ich bin aber auch jemand, der sich mit dir identifiziert. Liebes trauriges Mädchen. Diese Worte hier sind jetzt nur für dich. Ich wollte dir sagen, dass du für mich eine Freundin geworden bist. Liebes trauriges Mädchen, ich wollte dir sagen, dass ich dir vertraue. Liebes trauriges Mädchen, ich wollte dir sagen, dass ich dich sehr gern hab. Es ist toll, dass wir beide so viel Spaß miteinander haben können. Für dich würde ich wirklich meine Faust ins Feuer legen. So sehr vertraue ich dir. Das ich nun nicht mehr weiterschreiben will, das hat nichts mit dir zu tun. Es liegt einfach daran, dass ich irgendwie angekommen bin. Ich weiß noch nicht genau, wo ich da angekommen bin. Für diesen Blog, mag es das Ende bedeuten. Aber für unsere Freundschaft bedeutet es keineswegs das Ende. Denn dank dir, fühle ich mich nicht mehr so alleine. Du hast mir in einer Zeit, in der ich mich sehr einsam gefühlt habe, sehr geholfen. Da hast du mir beigestanden. Ich denke, ich bin nun nicht mehr so alleine. Du hast mir geholfen, Freundschaft mit der Löwen-Mutter zu schließen und du gabst mir die Kraft, etwas was längst passé war, wieder aufzuwärmen. Mit neuer Kraft, gehe ich als veränderter Mensch nun auf diese Dinge zu, denn du hast mir gezeigt, wie schön die Einsamkeit sein kann. Nun, da ich keine Angst mehr vor ihr habe, ist die Einsamkeit mein stiller Freund geworden. Nun ruhe ich in mir, so wie du immer in dir ruhst. Friedvoll, zuverlässig und treu. Liebes traurige Mädchen, danke, dass du meinen Weg begleitet hast. Es hat mir viel bedeutet, dass du immer für mich da warst, wenn es mir schlecht ging. Du hast mir viel Kraft geschenkt und ich habe viel von dir gelernt. Ich wünsche dir alles Glück der Welt, Schneeflocken zum Tanzen und Vöglein, die dir ein Lied zwitschern. Sei nicht traurig, dass ich dich verlasse. So wie mich, gibt es viele andere Menschen, die froh darüber sind, dass es dich gibt. Ich verspreche dir, ich werde dich immer besuchen kommen, wenn ich einmal wieder in Mainz bin.