image001Text:CfFaust
Sprayer: Unbekannt

Die Stimme der Traurigkeit 23

Ich finde es spielt keine Rolle, ob es nun gut oder schlecht ist, alte Sachen wieder aufzuwärmen. Manchmal kann es ja auch funktionieren, wenn man alte Sachen wieder neu aufwärmt. So ist die Liebe eben. Natürlich liebt sie das Wandern. Aber ich denke, sie liebt auch das Erinnern. Ich denke die Liebe liebt das Wandern genauso sehr wie das Erinnern. Und im Wiederbeleben, da ist sie sowieso ganz große Klasse. Die Liebe. Ich denke, dass die Liebe im Wiederbeleben ganz groß drin ist. Das mit der Liebe ist ja so wie mit der Teetasse. Wenn man Tee getrunken hat, und die Tasse dann mit einem Schluck Tee darin auf den Boden fällt, dann zerspringt die Tasse zwar in Scherben. Aber der Schluck Tee, der ist ja deshalb nicht einfach weg.

Der geht ja auch irgendwo hin. Ich denke, die Liebe ist wie dieser Schluck Tee. Egal wie klein der Schluck ist, er geht irgendwo hin. So geht auch die Liebe nicht verloren, sondern sie sucht sich einen neuen Weg. Sie geht Wandern. Mündet in einen Fluss, oder sogar ins Meer. Dann hat sich die große Liebe gefunden. Die große Liebe hat sich in einem Meer gefunden. Oder aber der Schluck Liebe vertrocknet im Teppich. In dem Teppich wird dann aber immer ein Fleck zurückbleiben. Der Fleck auf dem Herzen, der uns Erinnerungen schenkt. Ich denke, wenn man diese Teetasse nimmt, und nun dieses Vergleichsspiel weitertreibt, dann war diese eine Tasse voller Liebe, in wenige große Teile zersprungen. So, dass man sie leicht wieder kleben konnte. Die Tasse voller Liebe konnte man wieder reparieren. Und als die Tasse voller Liebe repariert war, da konnte man aus ihr wieder Tee trinken. Das war ein schöner Moment für den Teefleck am Boden. Der glänzte da auf einmal richtig prächtig. War ja nicht umsonst gewesen. Der Fleck auf dem Teppich. Der Teefleck auf dem Boden wurde also in gewisser Weise wiederbelebt. Der Tee wurde aufgewärmt. Jetzt trage ich wieder ein Herz an meiner Seite. Das Herz und ich, wir sind wieder ein Herz und eine Seele. Lieben kann doch nicht schlecht sein. Solange es mir gut tut, sollte man es doch auch nicht verurteilen. Ich mache mir schon oft Vorwürfe. Weil es doch gar nicht so richtig passt. Aber es ist da doch eine Anziehung, die ich nicht beschreiben kann. Also liebe ich eben wieder. Ich habe ja auch nicht wirklich aufgehört damit. Dann ist es also jetzt offiziell. Ich liebe wieder. Ich nehme mir dann aber doch vor, gewisse Sachen etwas besser zu machen. Gewisse Sachen muss ich einfach besser machen. Damit es mir nicht wieder so schlecht geht. Aber man muss zu den Sachen stehen, die man macht. Auch wenn die Sachen vielleicht schlecht für einen selbst sein könnten, muss man trotzdem zu den Sachen stehen, die man macht. Also. Ich stehe also hier an der Mauer, weil ich zu den Sachen stehe, die ich aufwärme. Ich stehe bei mir, ich stehe zu mir. Das ist doch eine schöne Sache. Wenn auch niemand hinter mir steht, steh ich wenigstens bei mir. Ich bin standhaft. Ich stütze hier ja schließlich eine richtige Brücke. So standhaft bin ich. Ich in eine richtige Stütze. Für die Brücke hier. Vielleicht kann ich ja auch bei der Sache, die ich wieder aufgewärmt habe, eine Stütze darstellen. Gerne bin ich eine Stütze für einen Partner. Also wenn du mein Partner sein willst, ich meine mein Lebenspartner. Das wäre so schön. Dann stell dich einfach zu mir. Ich stütze uns. Denn ich weiß, wir würden das schaffen. Wenn du es nur wolltest. Aber manchmal musst du dich auch hinter mich stellen. Denn ich weiß, dass ich nicht immer die Kraft haben werde, immer uns beide zu stützen. Aber erst mal kannst du dich ja neben mich stellen. Du kannst dich ja an meiner Seite ein bisschen ausprobieren. Ein bisschen Erfahrung sammeln. Mit mir zusammen ein bisschen reifer werden. Das wäre doch schön, wenn wir zusammen uns ein bisschen entwickeln würden. Falls dir die Last der Brücke zu schwer sein sollte, dann ist es eben so. Dann ist das zwar traurig, aber dann haben wir uns doch wenigstens ausprobiert. Ich habe Angst, dass wir es nicht richtig probieren. Und wenn wir es nicht richtig probieren, dann können wir es auch nicht schaffen. Und ich denke, wir könnten es schaffen. Aber es ist ganz gleich, was ich denke. Es muss ja von dir kommen. Das haben wir ja schon alles besprochen. Ich bin also nicht hier, um dich an mich zu binden. Ich stehe ja mit meinem Herz alleine hier. Ich bin glücklich, so wie ich hier mit meinem Herz alleine stehe. Denn ich habe mich lieben gelernt, seitdem du das letzte Mal fort bist. Ich werde nicht mehr alles aufs Spiel setzen für dich. Ich stehe nur hier, um jetzt dazu zu stehen, dass die Tasse wieder geklebt ist. Das, was längst beendet war, ist wieder aufgewärmt. Und ich habe keine Angst davor, es jedem Menschen zu sagen, der an meiner Mauer vorbeiläuft. Heute sage ich es dir. Ich habe keinen Anderen geliebt, seitdem du fort bist, und heute habe ich meine Liebe zu dir wiederbelebt.