Anhang 1Sport Convention Passion
Bremen, 12.03.2016

Eine riesige Pipeline für Skateboarder in der einen Halle, ein Paradies für BMXler in der anderen Halle. Parkour, Slacklining und Street Workout. Alles Urban Culture. Subkultur. Jede Disziplin die hier heute zu sehen war, ließe sich auch in eine hochkulturelle Sportart übersetzen, eine die dann bei Olympia ausgefochten würde. Doch Urban Sport Culture kennt eine andere Art von Wettkampf. Hier steht alles Kopf. Es ist ein Event, welcher der HipHop-Kultur verwandt ist. Ein Battle, das Kultur bedeutet. Hier wird zwar nicht gerappt, doch von der Kleidung bis zur lässig lockeren Haltung scheint hier alles mit einem popkulturellen Musikstil verknüpft zu sein. Nach einem besonders gefährlichen oder virtuosen Stunt klatscht man sich gegenseitig ab und gratuliert sich gegenseitig. Vor allem bei dem Street-Workout kann man die sozialen Umgangsregeln innerhalb einer Crew beobachten. An einem Gerüst werden unterschiedliche Übungen von einzelnen Teilnehmern vorgeführt. Von Klimmzügen bis zu Sprüngen und anspruchsvollen Kopfständen werden die Stangen für eine Kraft-Performance genutzt, ohne dass dabei der Boden berührt wird. Gewonnen hat der, dessen Performance besonders virtuos war. Meist nehmen hier ganze Crews teil, die ihre Verbundenheit dann durch das Tragen eines gleich bedruckten T-Shirts demonstrieren. Der Performer fordert die Zuschauer mit Handbewegungen heraus ihn mit Lärm (Klatschen oder Rufen) zu unterstützen. Sport wird hier für das Wir-Gefühl gemacht. Man unterstützt sich gemeinsam, bringt sich gegenseitig voran, motiviert sich und beglückwünscht die Erfolge des anderen. Irgendwie sympathisch. Ein Sport-Event, der ganz ohne Goldmedaillen auskommt, ein Sport, der soziales Miteinander zelebriert.