ohne 8mile kein Banksy

In der Mode spricht man nur noch von Streetstyle, Penner werden zu Laufstegmodels, Streetart dank Banksy teuer gekauft und die Serie The Wire macht aus echten Gangstern Schauspielstars. Doch wo kommt das her, das wir schmuddelige Kleidung an uns mögen, besprühte, durch Witterung und Vandalismus zerstörte Hauswände eingerahmt in unser Zimmer hängen und uns Serien anschauen, in denen das Leben auf der Straße im Ghetto, in seiner Hässlichkeit so ehrlich und schockierend dargestellt wird, dass es uns Angst einflößt und wir es trotzdem faszinierend finden? Wo kommt das her, dass wir Bilder, Videos, Mode, Möbel, Gebäude etc. als modern und hip ansehen, je weniger Farben vorhanden sind, und je abgenutzter und grau seine Oberflächen sind? 8 Mile. Eminems Film von 2002 ist der Ursprungsmythos der Straßenästhetik.
Der Film ist genial, der Film ist authentisch, der Film ist „real“. Gabriele Klein erklärt in ihrem Buch „Is this Real? Die Kultur des HipHop“ wie wichtig die Authentizität im Bereich des HipHop ist. Nur wer „real“ ist hat Erfolg und „real“ ist derjenige, der einen Bezug zum Ursprung des HipHop herstellen kann. Zur Bronx, dort wo der Rap von afroamerikanischen Ghettobewohnern als erstes praktiziert wurde. Eminem war der erste weiße Rapper der es geschafft hat, in der Szene als real zu gelten, und sich somit Respekt zu verschaffen. Dieser harte Weg, in einem von Schwarzen dominierten Feld, als Weißer trotz aller Rassenkonflikte (die leider in den USA immer noch aktuell sind und auch in der Serie The Wire Hauptthema sind) an die Spitze des Rap zu gelangen, davon erzählt 8 Mile. Durch Eminems Erfolg, seine eigene Geschichte in die des Ursprungsmythos zu verflechten, war eine Globalisierung des HipHop möglich. Rap hat es nicht nur auf jeden Kontinent geschafft, er wird in jedem Land in jeder Sprache praktiziert. Denn HipHop ist eine „Ghetto-Kultur ethnischer Minderheiten“. (Gabriele Klein) Die einen identifizieren sich damit und praktizieren HipHop um sich dazugehörig zu fühlen, die anderen fasziniert die Welt in der alles Grau und hässlich zu sein scheint, einfach weil es eine Abwechslung zu dem Luxus darstellt, der sie täglich durch die Ästhetisierung des Alltags umgibt. „HipHop erobert die Popkultur“ (Gabriele Klein) und so darf man kunstgeschichtlich den Einfluss der Musik/Filmbranche nicht außer Acht lassen, denn: ohne Eminem kein Banksy – and both of them are truly keeping it real.

1 Comment

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