image001Text: CfFaust
Sprayer: Unbekannt

FFM CITY GHOST THROW UP

Bin heut brutal abgegangen. Ein ganzes Haus hab ich gemacht. Gibt auch n Auto von mir. Egal. Jetzt Haus. Das sieht einfach so geil aus. Legale Tür is aufgegangen. So cool. Spielt aber keine Rolle find ich. Ob‘s nun legal oder illegal war. Hauptsache sieht geil aus. Voll das Geisterhaus ist das jetzt. Ghost town. Ghost house. Das wär schon hammer, wenn die Leute Frankfurt mit Ghost assoziieren würden. Frankfurt gehört mir. Ausgestorben is die Stadt ja nun nich gerade. Aber hier geistern so gruselige Gestalten rum, da könnt man schon von ner Ghost town sprechen. Für mich isses das. Frankfurt. Frankfurt is ne Geisterstadt. Krasse Typen sieht man hier. Richtige Geistgesichter haben die. Vom Drücken. So sieht man nich nur vom Kiffen aus. Da sind schon härtere Sachen dabei. Das is nix für Kleinstadtkiddies. Real life is hier. Sag ich jetzt auch nicht, um anzugeben. Is einfach so. Alles da. Alles gemischt hier in Frankfurt. Bänker neben Junkie. Skyscraper neben Blechhütte. Nee, ok, jetzt übertreib ich bisschen. Aber manchmal check ich schon nich so ganz, wo die wohnen. Die Geistgesichter. Warum ich Ghost heiß? Liegt nahe, dass mein Schöpfer auch so aussieht. So weiß mein ich. Also jetzt nich wegen der Hautfarbe oder so. Nee. Stell mir halt vor, dass er so bisschen Multikulti is. So richtig Frankfurter halt. Einer mit krass gemischtem Blut. Wie ein Hund mit Flecken. Süß aber auch gefährlich. Ich selbst bin weiß wie ne Wand. Schrecklich. Ungesund. Bleich. Ich mein so junkieweiß. Schon krass mit Drogen Kontakt gehabt. Krieg‘s auch nich so weg. Das Malen hilft. Jetzt mischt sich wieder alles. Schreiben is ja auch ne Droge irgendwie. Der Kick halt. Krass der Adrenalinkick beim Schreiben. Brauch den richtig. Den hatt ich auch bei der Hausaktion hier. Da hatt ich zwar Ruhe, da konnt ich viel mit Farben und so machen. Aber war trotzdem n krasser Flash so n ganzes Haus. Jetzt isses mein Haus. Mein Geisthaus. Geisterhaus. Glaub, das kennt jeder hier in Frankfurt. Is ja inner coolen Ecke. Bin voll gerne hier. Bergerstraße is sowieso Szene. Dann da runter, Friedberger und so halt. Die Parks gehen schon auch ab, kann man gut mal was durchziehn aufm Weg zum Main runter. Erzähl hier die ganze Zeit was von weißen Geistgesichtern und so, und dann mal ich n komplettes Haus nur blaue Geister. Zwei pinke. Okay. Warum blau? Kein Plan. War gar nich so blau an dem Tag. Alk is eh nix für mich. Is sowieso schlimmer, als so bisschen Gras rauchen. Hat grad blaue Kannen übrig. Doofe Frage also. Wollt einfach weg von den weißen Geistgesichtern. Farblos is noch schlimmer. Bin ich ja selbst oft. Farbe: Beton. Glückwunsch. Is eben ne Großstadt. Macht mich schon fertig manchmal. Die Großstadt mein ich. Das traurige Mädchen drüben in Mainz hat‘s irgendwie einfacher. Ich kann mich ja gar nich zurückziehen hier. Allein sein is ja fast unmöglich. Is immer jemand am Start der action will. Scheiße anstrengend is das manchmal. Auch cool. Aber vor allem stressig. Da kann man gar nich zu sich komm. Da brauch man einfach was zu rauchen, um mal klarzukomm. Allein is man eigentlich nie hier. Man is immer unter Leuten. Unter Kollegen. Aus der Szene. Immer n Rudel da. Aber so vom Gefühl her, is man trotzdem immer einsam. Bin da schon bisschen eifersüchtig auf das Mainzer Mädel. Die kann alles voll reflektieren. Alles beobachten. Das Einsam-Sein genießen. Ich hab‘s nie gelernt hier. Mal allein klarzukomm mein ich. Müsst ich mal lernen. Aber es is so krass laut hier einfach. Fuck. Frankfurt is einfach so laut. Wenn ich mal allein bin, dann rauch ich was. Sonst kann ich nich pennen. Wenn ich was geraucht hab, dann is auch alles bunter. Ohne Scheiß. Kann diese weißen Gesichter nich mehr sehn. Spiegel kaputttreten. Beton bemalen. Hoffe die blauen Kannen gehn nich gleich leer. Nächster Kasten, der vom Laster fällt: bunte Kannen. Bunt und vielseitig. So bitte. Bin der ghost mit den vielen Gesichtern. Is schon so was zum Angeben. Bin mal fett, mal lang, mal happy mal aggro, und Zähne hab ich auch manchmal geile. Gibt ja auch Figuren, die immer anne Schablone gebunden sind. Die sehn immer gleich aus. Okay, mal andere Farben oder so. Da lob ich doch meinen freestyle. Immer anders, immer was Neues, immer fresh, immer tight. Werd langsam alt. Wiederhol mich. Werd langsamer. Vertrag weniger. Muss langsamer machen. Langsam reicht‘s mir. Geb nich gern so viel preis von mir. Bin Writer. Lebensinhalt. Is so die einzige Konstante in meim Leben. Gibt’s nich mehr zu sagen. Bin halt „against the grey“. Die meisten raffen‘s trotzdem nich. Sehn das nur schwarz-weiß. Wolln das nur schwarz-weiß sehn. So wie dem ihrn Hirn is, so is auch ihre Stadt. Meins halt nich. Meine halt nich. Meine Stadt soll bunt sein. Mein Hirn soll bunt sein. Vielfältig. Kreativ. Aktiv. Mut. Grenzgänger sein. Grenzen austesten. Nicht immer auf Nummer sicher gehn. Viele Gesichter haben. Viele Ausdrücke draufhaben. Happy sein, aber auch mal aggro. Das mal leben. Das Gefühl. Nich immer so scheiß kontrolliert. Alles geben. Alles ausleben. Mal übertreiben. Abgehn. Jung sein. Mal auf die Sicherheit scheißen. Isses nur Bequemlichkeit? Was verändern. Will ja hier auch niemand volltexten. Redefluss. Schreibfluss. Sprayfluss. Fluxus. Luxus? Das Ghost house. Auf jeden. Platzluxus, Farbluxus, ghost lives luxus, reflux, scheiße. Magen kackt voll ab. Nerven. Weichei. Gras rauchen. Beruhigung. Chillen. Runterkomm. Sich wegballern. Nich mehr da sein. Alles im Rausch. Alles im Fluss. Mein Main. Will bei dir sein. Nee, schon leben. Aber halt krass. Leben spüren. Leben sprühen. Leben. Sprüh.