image001Text: CfFaust
Sprayer: Unbekannt

FFM CITY GHOST THROW UP

Wo ich total drauf abgeh grad is Tua. Grau. Schon bisschen älter. Gleichgültig. Egal. Das isses. Manchmal sind wir einfach ganz gleichgültig. Ohne Scheiß. So isses auch beim Sprühen. Fragt doch jeder. Warum mein Schöpfer das macht und so. Diese scheiß Gleichgültigkeit isses. Wegen der zieh ich los. Dann wenn‘s so kalt geworden is in einem. Krasses Gefühl is das. Es regnet. Und dann bei dem Beat. Ab der zweiten Hälfte. Hammer, wie der Song da abgeht. Genial gemischt. Hat‘s voll drauf. Zieht voll rein. Als hätt mich jemand danach gefragt. Wie ich mich fühl, wenn ich loszieh. Und dann hat der nen Song drüber gemacht. Is nämlich genau der Moment, wenn man gar nix mehr fühlt. Und dann alles ganz gleichgültig wird. Und grau. Alles wird grau. Scheiße Mann. Hier is alles so grau. Ganz Frankfurt is grau. Meine scheiß Haut is grau. Mein Kopf is grau. Krieg ohne Scheiß graue Haare von dem ganzen Mist, der mir passiert. Glaube, Sprayer altern schneller. Frühvergreisung. Oder wie nennt man den Shit? Auch egal. Jedenfalls düster und grau alles. In mir. Um mich rum. An mir. Als ob‘s immer regnet. Am Anfang hab ich nich so viel davon gemerkt. Von dem Grau in mir drin. Hat sichs so reingeschlichen, das Grau. War immer müde. Und traurig. Klar. War aber jeder um mich rum. Aus meiner Gegend zumindest. Da war das in meinem Alter normal. Keine Perspektive halt. Dann wird’s irgendwann schlimmer. Man zieht sich so gegenseitig runter. Oder will mit seinem Scheiß allein sein. Dann hat man zu gar nix mehr Bock. Man hat einfach keine Lust auch nur irgendetwas zu tun. Mit den Homies abhängen gibt einem nix mehr. Is öde. Wird langweilig. Auch das Kiffen und so wird langweilig. Man kommt ja nie raus. Hat man sich auch nix zu erzähln. Immer die gleichen Leute, immer die gleichen Orte, immer die gleiche Scheiße, die passiert. Interessiert auch alles irgendwann nich mehr. Kommt vielleicht vom Kiffen. Weiß nich. Boah, so ne krasse Unlust Alter. So was zu fühlen. In einem drin. Krass. Und wenn die dann nich verschwindet. Dann staut sich so viel aggressive Energie in einem. Vom Nixtun. Aber anstatt rauszugehn und Autospiegel abzutreten, weiß nich, da wird die Unlust nur noch schlimmer. Von Tag zu Tag. Von Woche zu Woche. Krass. Da sehnt man sich nach dem goldenen Joint. Echt Mann. Nur dasses den nich gibt. Missmut. Leere. Alles in einem drin. So viele krasse Texte wurden drüber geschrieben. Aber den Scheiß wirklich zu fühlen. Krass. Einfach krass. Und is ja auch nich so, dass man nur den andern die Schuld gibt. Nee. Man is am meisten aggro auf sich selbst. So scheiß unzufrieden is man mit sich selbst. Und mit der Welt. So, dass man am liebsten für immer einfach nur schlafen will. Um alles zu vergessen. Wie beim Rauchen. Da hat man so ne Distanz zu allem. So, als ob die Welt einem komplett fremd wird. Dann geht einen das alles einfach komplett nix mehr an. Dann gibt’s einfach gar keine Gefühle mehr. Keinen Zorn. Logo. Das is schon mal gut. Aber so Begeisterung oder so. Nee. Das gibt’s auch nich. Dann kann man sich nich mehr freuen, und auch nich mehr trauern. Und beides gehört ja zum Leben dazu. Trauern is ja in gewissem Maße auch n gutes Gefühl. Eins, das man braucht, um was zu verarbeiten. Aber wenn man das dann auch nich mehr hat. Fuck. Dann verlernt man alles. Das Lachen und das Weinen. Und dann wird’s richtig krass. Dann isses richtig kalt in einem. Dann isses, als ob man gar nich mehr existiert. Dann vegetiert man. Nur so. Vor sich hin. Dann sehnt man sich wieder danach, was zu fühlen. Man kommt aber nich mehr zurück. Kann man nich anders erklärn. Nich ma seinen scheiß Hund kann man da lieb haben. Sich selbst sowieso nich. Aber richtig krass wird‘s, wenn dann sogar auch das Gefühl aufhört. Wenn man nich mal diese Kälte in einem drin spürt. Dann fühlt man einfach gar nichts mehr. Dann isses so weit. Dann wird man ganz gleichgültig. Fuck Mann. Gleichgültig und grau. Und dann is auch alles um einen rum grau. Beton. Straßen. Glasfassaden. Spiegeln doch nur die Regenwolken. Nix hilft. Ende.
Und dann eine Kinderstimme. Wie aus dem Nichts. Unschuldig. Hoffnungsvoll. Eine Farbe. Eine Stimme. Ein Beat. Mein Herz, das pumpt. Dann zieh ich los. Dann mach ich mich auf. Dosen geben mir Kraft. Farbdosen geben mir Kraft. Is dann wie die Kinderstimme in mir. Zieh los. Mach was aus deinem Leben. Sagt die Stimme. Werd aktiv. Sprüh‘s aus dir raus. Throw it up. Raus aus dir. Dann geht’s besser. Adrenalin hilft, Farbe hilft, Fame hilft, glücklich, mit sich allein. Stadt spüren. Geister der Stadt. Farbenfroher City-Ghost. Die Kinderstimme in mir. Mein Pink, mein Rot, mein Grün, Alles, gegen mein Grau. https://www.youtube.com/watch?v=rOsI5vbZNXg