Month: November 2015

Streetart Stories

8999593365_08c0e8aef0_zText: CfFaust
Sprayer: Unbekannt

Die Stimme der Traurigkeit 28

Bisher wurde ich immer als das traurige Mädchen gesehen. Aber ich bin viel mehr als das. Jetzt ist die Zeit gekommen, es endlich mal zu sagen. Es zu formulieren. Es auszusprechen. Denn ich bin Mutter. Auch wenn das niemand so sieht außer mir, bin ich Mutter. Ich fühle mich als Mutter. Sehe mich als Mutter. Bin Mutter. War Mutter. Will ohne Kind weiterhin Mutter sein. Mutter, eines verstorbenen Kindes. Mein Kind lebte in mir. Dort, wo mein Kind starb, lebte es. Continue reading

Madonna und Marilyn

science trash: Madonna und Marilyn

Marilyn Monroe wurde in den 50er Jahren nicht nur zu einem weltberühmten Filmstar. Vielmehr galt sie als Sexsymbol und ist durch Andy Warhols Siebdrucke bis heute Ikone der Popart. Popmusik hat im Vergleich zur Popart nicht so leicht den Aufstieg in die Geschichtsschreibung der „hohen“ Kunst geschafft. Dabei haben es Stars wie Madonna oder Björk längst bewiesen, dass Popmusik nicht nur auf sein musikalisches Material reduziert werden darf, sondern dass sie vielmehr ein Konglomerat aus verschiedensten künstlerischen Elementen betrachtet werden muss. Doch wie schafft nun der Popstar den Sprung zum Weltstar, zur Ikone? Continue reading

Streetart Stories

image001Text: CfFaust
Sprayer: Unbekannt

Die Stimme der Traurigkeit 27

Ich muss mich besser konzentrieren. Ich muss mir mal eine Pause gönnen. Ich sollte mir eine Pause gönnen, um mich besser konzentrieren zu können. Das geht mir alles sonst so durcheinander. Da ist dann so ein Knoten in meinem Kopf. Ein Zickzack an Gedanken. Ich muss mich mal ordnen. Dazu gehört auch, die Dinge fertigzumachen. Ich neige dazu, immer neue Sachen anzufangen, anstatt die alten fertigzumachen. Es ist ein ganz einfacher Trick, das mit dem Abschließen. Continue reading

Super Streetart Talent

image001Text: CfFaust
Sprayer: Unbekannt

Die Stimme der Traurigkeit 26

Ich bin froh, dass ich überstrichen wurde. Denn meine Show war damals wirklich schlecht. Ich wollte super sein. Ein richtiges Talent wollte ich sein. Dafür musste ich mich zum Hampelmann machen. Ich bekam ein buntes Oberteil an. Es war nicht das Kostüm eines Clowns. Ich wäre lieber ein Clown gewesen. Sich als Clown zu verkleiden, bedeutet, dem Zuschauer zu signalisieren, dass er bespaßt wird. Clown-Sein ist ein ehrbarer Beruf. Ich war kein Clown in dieser Show. Ich war eine Lachnummer. Mein buntes Oberteil sah lächerlich aus. Nicht gewollt lustig. Gewollt jung sollte ich aussehen. Und damit gab ich ein jämmerliches Bild ab. Meine Haare wurden ganz lockig geföhnt. Das war einfach nicht altersgemäß. Ich sollte als alte Frau respektiert werden. Es sollte eine Altersbeschränkung geben. Für solche Shows. Um alte Menschen zu schützen. Vielleicht auch ein bisschen vor sich selbst. Ich wurde nicht geschützt. Man ließ mich auftreten. Man freute sich auf meinen Auftritt. Man wusste, dass ich mich blamieren würde. Man wusste, dass die Menschen mich sehen wollten, wie sie jemanden sehen wollten, der sich blamiert. Continue reading

Streetart Stories

8963163588_de276832d0_zText: CfFaust 
Sprayer: Unbekannt

Die Stimme der Traurigkeit 25

Ich glaube, es geht etwas in dir vor. Wirklich. Weil wir uns ständig begegnen, glaube ich, dass etwas in dir vorgeht. Du bist schon so lange nicht mehr Teil meiner Gedanken gewesen. Ich konnte innerlich mit dir abschließen. Dass du so lange nicht mehr Teil meiner Gedanken gewesen bist zeigt mir, dass ich innerlich mit dir abgeschlossen habe. Aber jetzt, da läufst du mir immer über den Weg. Es ist wirklich unerklärlich, weshalb wir uns in letzter Zeit auf einmal so oft über den Weg laufen. Ich habe mich von dir getrennt, weil du nicht richtig wolltest. Und dann hatte ich auch meinen Frieden damit gemacht. Weil wir so gut auseinandergegangen sind. Continue reading

Tribute von Panem und Popkultur

science trash: Tribute von Panem und Popkultur

Tribute von Panem, ein neuer Teil im Kino, ein Grund sich erneut den ersten Film anzuschauen. Ich bin begeistert, kann den Blick keine Sekunde vom Bildschirm abwenden, klebe gespannt davor – und dann – dieses schlechte Gewissen. Kinder die gegen Kinder kämpfen und Massen die dabei zuschauen wie sie sich gegenseitig umbringen – unvorstellbar in der Realität? Kindersoldaten gibt es, Shows bei denen es um das Überleben im Dschungel geht auch. Die Verbindung davon wurde nun verfilmt. Was mich immer am meisten schockiert bei Dystopien: unsere Schaulust. Bin ich, der ich vor dem Bildschirm gebannt dabei zuschaue wie sich die Tribute gegenseitig umbringen, nicht genauso Voyeur, wie es die Bösen im Film sind? Continue reading

Streetart Stories

MissMainzText: CfFaust
Sprayer: Unbekannt

Die Stimme der Traurikeit 24

Ich will meinen Namen nicht verraten. Ich will anonym bleiben. Ich denke nicht, dass ich hässlich bin. Ich mag mich so, wie ich bin. Daran liegt es also nicht, dass ich lieber anonym bleiben will. Es ist vielmehr so, dass es mich stört, wie mit Künstlern umgegangen wird. Die werden gefeiert. Aber nie mehr als fünf Jahre. Das stört mich. Dann wird man unter Druck gesetzt. Ein Lied. Ein Buch. Ein Bild. Es ist ganz gleich. Nach dem Werk ist vor dem Werk. Das eine reicht nicht. Bitte schnell ein Neues. Sonst hat man mich vergessen. Ich kaufe dann ein Buch und im Buchdeckel ist erst mal ein riesiges Foto von dem Autor. Da frage ich mich kurz, ist das autobiografisch? Das Foto vom Autor flutet mein Gehirn. Auf einmal sieht in meiner Fantasie der Protagonist aus wie der Autor. Ohne, dass ich es gemerkt habe. Meinen Namen für einen meiner Protagonisten hergeben. Da mach ich nicht mit. Das haben sie nicht verdient. Die Protagonisten. Ich habe dann immer das Gefühl, dass ich total die Konturen verliere. Continue reading

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