Month: Oktober 2015

Youtube-Stars und die Erlebnisgesellschaft

science trash: Youtube-Stars und die Erlebnisgesellschaft

Neulich habe ich gegoogelt was eigentlich ein Youtube-Star ist. Wikipedia erklärt es nicht. Zum Glück hat Jan Böhmermann zu diesem Thema ein grandioses Video gemacht. Darüber habe ich nachgesinnt und ein kurzes Throw Up angefertigt.
Authentizität Authentizität Authentizität
Das ist Böhmermanns Schlussfolgerung für den Erfolg der Youtubestars und auch wenn ich ein großer Fan dieses Wortes bin, da es eine Realness beschreibt, die meiner HipHop-Seele ihr Selbstverständnis verleiht (spricht man das Wort dreimal hintereinander so wie es Böhmermann tut, ist das Sprechkunst – Rap), kann ich mich doch nicht ganz damit zufrieden geben. Continue reading

Streetart Stories

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Sprayer: Unbekannt

Die Stimme der Traurigkeit 23

Ich finde es spielt keine Rolle, ob es nun gut oder schlecht ist, alte Sachen wieder aufzuwärmen. Manchmal kann es ja auch funktionieren, wenn man alte Sachen wieder neu aufwärmt. So ist die Liebe eben. Natürlich liebt sie das Wandern. Aber ich denke, sie liebt auch das Erinnern. Ich denke die Liebe liebt das Wandern genauso sehr wie das Erinnern. Und im Wiederbeleben, da ist sie sowieso ganz große Klasse. Die Liebe. Ich denke, dass die Liebe im Wiederbeleben ganz groß drin ist. Das mit der Liebe ist ja so wie mit der Teetasse. Wenn man Tee getrunken hat, und die Tasse dann mit einem Schluck Tee darin auf den Boden fällt, dann zerspringt die Tasse zwar in Scherben. Aber der Schluck Tee, der ist ja deshalb nicht einfach weg. Continue reading

Koyaanisqatsi und Berlin Sinfonie der Großstadt

Neulich, bei meiner täglichen Youtube-Lektüre, bin ich auf den Film „Koyaanisqatsi“ gestoßen. Von Musik (Phillip Glass) und Bilderflut seekrank, musste ich an Ruttmanns Film „Berlin. Sinfonie der Großstadt“ denken, da gibt’s doch ne Menge Gemeinsamkeiten, dachte ich mir, und begann zu assoziieren, weshalb mich Großstädte von der Ferne betrachtet, so faszinieren. Das kam dabei heraus: Continue reading

Streetart Stories

Mädchen10Text: CfFaust
Sprayer: Unbekannt

Die Stimme der Traurigkeit 22

Die Löwin begleitet mich nicht mehr. Es war schön mit der Löwin. Jetzt bin ich wieder alleine. Aber ich will deshalb nicht mehr traurig sein. Hier ist einfach kein Platz mehr für Traurigkeit. Ich wurde schon so oft alleine in einer Ecke stehen gelassen, dass ich es gar nicht mehr zählen kann. Mein Herz ist schon so schwach von den vielen Wunden, dass eine mehr gar nicht mehr schmerzt. Die Zeit hilft darüber hinwegzukommen. Man lernt sich immer wieder aufs Neue zu finden. Man lernt, sich nicht mehr für andere fallen zu lassen. Man lernt die Einsamkeit. Ich hab mich ja auch längst wieder gefunden. Man verliert sich eben manchmal.  Aber das Schöne ist ja, dass man sich auch wiederfindet. Also muss man sich eben arrangieren. Der Traurigkeit nicht immer so viel Platz zu lassen. Sie auch mal einengen. Einfangen. Die Traurigkeit im Zaun halten. Continue reading

Maria Callas als Tosca

Die berühmteste Tosca-Filmaufnahme ist wohl die von Maria Callas von 1964. Leider existiert nur der zweite Akt von Franco Zeffirellis Inszenierung im Covent Garden in London als Filmausschnitt. Trotzdem reicht dieser kurze Ausschnitt, um Zeugnis von Maria Callas unglaublichem, künstlerischem Talent zu geben. Nicht ohne Grund wird dieser Filmausschnitt noch heute an Schauspielschulen als Lehrmaterial benutzt. Diese unglaubliche Bühnenpräsenz und die Bereitschaft bei jeder Aufführung an die eigenen psychischen und physischen Grenzen zu gehen, hat sich kaum ein Sänger zuvor oder danach getraut. Natürlich hat diese leidenschaftliche Art des Auslebens der zu singenden Rolle seinen Preis. Bereits 1958 gelangt Maria Callas an ihre stimmlichen Grenzen. Im sogenannten „Rom-Skandal“ muss Maria Callas die Vorstellung abbrechen da ihre Stimme der Belastung nicht mehr standhält. In der Einmaligkeit der Stimme liegt auch ihre Tücke. Continue reading

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10697381045_62ce950600_mText: CF Faust
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Die Stimme der Traurigkeit 21

Ich denke, ich habe eine Freundin gewonnen. Es ist die Löwen-Mutter. Sie hat mich so bewegt mit ihrer Geschichte, dass ich mich ihr ganz geöffnet habe, ohne es zu merken. Die Geschichte der Löwin hat mich so bewegt, dass ich mich ihr auf einmal sehr nahe fühle. Auf einmal habe ich mich, ohne es zu merken, einem Menschen anvertraut, ohne von mir zu reden. Ich habe ihrer Geschichte gelauscht, ich habe ihrer Stimme Gehör geschenkt und auf einmal, ist da ein Vertrauen gewachsen, dass ich sonst nie zulasse. Ich fühle mich ihr sehr nahe. Auf einmal wird mir bewusst, wie sehr ich mich danach gesehnt habe zu vertrauen. Ich hatte ganz vergessen, wie man sich anfreundet. Ich hatte es verlernt. Mir war gar nicht bewusst, wie das auf einmal ganz plötzlich passieren kann, mit dem Sich-Anfreunden. Es war da ganz plötzlich Vertrauen da. Ganz plötzlich hat mich da eine Freundschaft eingeholt. Sie hat mich richtig erobert, diese Freundschaft. Continue reading

Flashmob oder Aufführung?

Was ein Flashmob ist meint jeder zu wissen. Eine bestimmte Aktion die zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort, über Handy oder Internet verabredet, plötzlich und die Passanten „flashend“, durchgeführt wird und genauso abrupt auch wieder aufgelöst wird. Das Wort „flash“ zielt dabei auf das blitzartige Entstehen und Auseinandergehen der Aktion ab, das Wort „mob“ kann man als „Meute“ oder „Pöbel“ übersetzen oder aber von dem Wort „mobilis“ (beweglich) ableiten. Howard Rheingold spricht von „Smartmobs“, intelligenten Mobs, die sich für vorwiegend politische und soziale Aktionen einsetzten. Flashmob ist die Antwort des Westens, der Luxus und Spaß im Überschuss, in einer großen sinnleeren Aktion verpuffen lässt. Continue reading

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image001Text: CF Faust
Sprayer: Unbekannt

Die Stimme der Traurigkeit 20

Ganz selten kommt es vor, dass ich die Stadt verlasse. Manchmal, wenn mich meine Sorgen zu erdrücken scheinen, dann kommt es vor, dass ich die Stadt verlasse. Es gibt da nämlich so einen Trick. Wenn man Kummer hat, und dieser Kummer einen zu erdrücken scheint, dann muss man aus sich herausgehen, und seine Sorgen von außen betrachten. Das ist zwar einfach gesagt. Aber es funktioniert wirklich. Wenn man einfach im Kopf aus sich heraus geht. Natürlich geht man dann nicht wirklich aus sich heraus. Es ist ein gedachtes Herausgehen. Das will ich ja auch mal sehen, wenn da jemand wirklich ganz in echt aus sich heraus ginge. Man muss es sich so vorstellen. Man denkt sich seine Probleme zusammen. Man bündelt sie. Man packt alle seine Sorgen zu einem Bündel zusammen. So wie man ein Bündel Klamotten zum Waschen bringen will, so bündelt man seine Sorgen zu einem Knäuel zusammen. Continue reading

ohne 8mile kein Banksy

In der Mode spricht man nur noch von Streetstyle, Penner werden zu Laufstegmodels, Streetart dank Banksy teuer gekauft und die Serie The Wire macht aus echten Gangstern Schauspielstars. Doch wo kommt das her, das wir schmuddelige Kleidung an uns mögen, besprühte, durch Witterung und Vandalismus zerstörte Hauswände eingerahmt in unser Zimmer hängen und uns Serien anschauen, in denen das Leben auf der Straße im Ghetto, in seiner Hässlichkeit so ehrlich und schockierend dargestellt wird, dass es uns Angst einflößt und wir es trotzdem faszinierend finden? Wo kommt das her, dass wir Bilder, Videos, Mode, Möbel, Gebäude etc. als modern und hip ansehen, je weniger Farben vorhanden sind, und je abgenutzter und grau seine Oberflächen sind? 8 Mile. Eminems Film von 2002 ist der Ursprungsmythos der Straßenästhetik. Continue reading

© 2017 CF Faust

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