Writer: CfFaust
Maler: Berthold Faust
Sprayer: Unbekannt

An dem schönsten Weihnachtsfest meiner Kindheitserinnerungen lagen ein riesiger Panda-Bär und ein Bären-Hund, verpackt in schönem Papier, unter dem Christbaum. Wir hatten schon viele schöne kleine Kuscheltiere in unseren Kinderzimmern und sie umrundeten alle unsere Kopfkissen, so als würden sie uns in der Nacht beschützen. Doch Tiere in dieser Größe, das waren keine Kuscheltiere mehr, das waren echte Lebensbegleiter und Freunde fürs Leben. Schon von klein auf hatte ich anstelle eines Kopfkissens einen Hund, der mich überall hin begleitete. Wehe er war vergessen oder gar verloren gegangen. Dann war das Theater groß! Doch nach so vielen Jahren intensiven Kuschelbedarfs überlebt auch der stärkste Hund keine Waschmaschine mehr. Wie war der Trennungsschmerz da groß! Und als dann der ersehnte neue Weggefährte in mein Leben trat, dann lebte in dem großen Bären der Hund von damals weiter. Wie du immer fluchtest, „das ist ein Bär, kein Hund!“, und du dann deine Abhandlung über die Entwicklung vom Bären als Jäger zum Bären als Teddy herunterbetetest. Da schienst du für mich ganz fern der Kindheit gar nichts zu begreifen. War es deine Trauer über den Verlust deines eigenen Hundes, deines Wegbegleiters? Für mich bedeutete der Bären-Hund eine Verlängerung meiner Kindheit. Die Erlaubnis, noch nicht erwachsen werden zu müssen. Das Einverständnis, „ja du darfst noch träumen!“ Der Bären-Hund wurde also mein Kopfkissen, doch der Panda, der war der wahre Wächter unserer Kindheit. Nacht für Nacht saß er aufrecht am Fußende des Bettes meiner Schwester. Seine schwarzen Flecken noch heute so sanft, seine weißen Flecken voll strahlendem Glanz. Man will ihn umarmen doch nicht zu fest drücken, sein Leben begleiten und teilen, was sein ist. Im Schutz des Beschützers die Rollen bewahrend hält man dann ein, was früh schon gelernt. Die einen ganz weiß, die anderen ganz schwarz fügen sich zusammen, ohne grau zu erscheinen. Verknüpfte Kontraste, geliebt, akzeptiert, lässt man sie zu, ist man niemals allein.

Berthold Faust – Wikipedia