Trauriges Mädchen

Streetart Stories von CfFaust 
Als E-Bock für 4,99 überall erhältlich

Die Streetart Stories von CfFaust geben berühmten Graffiti-Figuren, wie beispielsweise dem traurigen Mädchen aus Mainz, eine Stimme. Die einzelnen Geschichten sind als Zyklus zu verstehen, die inhaltlich durch Motive und Stimmungen in Bezug zueinander stehen.

https://tredition.de/autoren/cf-faust-30106/trauriges-maedchen-ebook-126962/  

Streetart Story Zoo

Writer: CfFaust
Maler: Berhold Faust
Sprayer: Leiflines

Dein Buch „Rettet die Vögel“ war ein Bestseller! Jeden Vogel konntest du benennen, jeden Vogel brachtest du aufs Papier, studiert hast du sie in freier Natur, um sie von allen Perspektiven malen zu können. Stundenlang hast du im Grünen auf der Lauer gelegen und hast auf sie gewartet, auf deine Vögel, nur um sie ganz nah erleben zu können. Du hast jeden Vogel an seinem Gesang erkannt! Heute gibt es dafür eine App! Je komplexer das Gezwitscher umso lieber war es deinen Ohren. Tauben konntest du nicht leiden, ihr Gesang war dir zu monoton. Manchmal haben sie dich so geärgert, dass du Steinchen nach ihnen geworfen hast, um sie zu vertreiben. Weiterlesen

Streetart Story Zoo

Writer: CfFaust
Maler: Berthold Faust
Sprayer: Unbekannt

An dem schönsten Weihnachtsfest meiner Kindheitserinnerungen lagen ein riesiger Panda-Bär und ein Bären-Hund, verpackt in schönem Papier, unter dem Christbaum. Wir hatten schon viele schöne kleine Kuscheltiere in unseren Kinderzimmern und sie umrundeten alle unsere Kopfkissen, so als würden sie uns in der Nacht beschützen. Doch Tiere in dieser Größe, das waren keine Kuscheltiere mehr, das waren echte Lebensbegleiter und Freunde fürs Leben. Schon von klein auf hatte ich anstelle eines Kopfkissens einen Hund, der mich überall hin begleitete. Wehe er war vergessen oder gar verloren gegangen. Dann war das Theater groß! Doch nach so vielen Jahren intensiven Kuschelbedarfs überlebt auch der stärkste Hund keine Waschmaschine mehr. Wie war der Trennungsschmerz da groß! Und als dann der ersehnte neue Weggefährte in mein Leben trat, dann lebte in dem großen Bären der Hund von damals weiter. Wie du immer fluchtest, „das ist ein Bär, kein Hund!“, und du dann deine Abhandlung über die Entwicklung vom Bären als Jäger zum Bären als Teddy herunterbetetest. Weiterlesen

Streetart Story Zoo

Writer: CfFaust
Maler: Berthold Faust
Sprayer: Unbekannt

Ich finde es großartig, dass Kinder hier ein Eichhörnchen auf einen Zaunpfosten gemalt haben. Schließlich findet ja jeder Mensch Eichhörnchen süß. Sowohl die Form als auch die weiße Schattierung ist sehr gelungen. Es ist ja auch besonders schwer auf einem solchen Pfosten zu malen, da muss man ja um die Ecke denken. Die Bemalung passt sehr gut zu dem Baum im Hintergrund. Das ist das Schöne in meinem Viertel in Bremen. Trotz der engen Bebauung hat man das Gefühl ständig von Natur umgeben zu sein. Man hält es hier auch anders mit Gras und Unkraut zwischen den Betonplatten. Das ist nämlich gewünscht. Hier steht niemand morgens auf, um die Grashalme zwischen den Kopfsteinpflastern mit der Nagelschere abzuschneiden. Das gefällt mir. Während es dann aus jedem kleinen Mauersprung sprießt, sind diese Tierbemalungen an den Wänden die Bewohner. Die Natur ist in die Stadt zurückgekehrt, durch die Kunst. Aber da steht er nun wieder, der Kunst-Begriff. Graffiti von Tieren werden nicht als Vandalismus empfunden. Das ist ja schonmal was. Aber wie steht es jetzt im Vergleich dazu mit deinen Tierzeichnungen? Weiterlesen

Streetart Story Zoo

Writer: CfFaust
Maler: Berthold Faust
Sprayer:Unbekannt

Du warst nie ein Stadtmensch und hast es immer verflucht, dass wir so wenig über die Tiere wussten, die unseren Lebensraum bewohnten. Wenn wir in der Schule ein Tier besprachen, dann galt es, dich anzurufen, deine Zeichnungen anzuschauen und dich nach deinem Wissen zu befragen. Bei jedem Spaziergang mit dir wuchs unser Herbarium und noch heute finden wir Schätze an gepressten bunten Blumen, wenn wir zufällig alte Bücher durchblättern. Doch je älter wir wurden, desto weiter entfernten wir uns von der Natur und von deinen Geschichten. Unsere Unkenntnis, wenn es darum ging, einen Vogel zu bestimmen, oder unsere Unart, wenn wir uns am Esstisch mit unseren Handys beschäftigten. Unsere Entfremdung ging einher mit der Zeit, in der du dich immer tiefer in deine Bilder zurückzogst. Ich versuchte dir von den Städten zu erzählen, in denen ich lebte. Ich wollte dir erklären, was es bedeutet, in einer Stadt zu leben. Denn hier gibt es Bedeutung! Hier gibt es Sinn! In einer Stadt zu leben, bedeutet, sie zu lesen und sich in sie hineinzuschreiben. Mein Viertel in Bremen, das ist ein Stadt-Zoo, durch den man schlendern kann, ohne Eintritt zu bezahlen. Weiterlesen

Streetart Story Zoo

Maler: Berthold Faust
Writer: CfFaust
Sprayer: Unknown

So wie das Chamäleon hier über mein Viertel wacht, so wacht es auch über meinen Namen. Ich habe den Stempel immer noch, der den Anfangsbuchstaben meines Namens trägt mit den Umrissen eines Chamäleons. Auch das schöne C aus Holz, das an meiner Kinderzimmertür hing, wurde von diesem außergewöhnlichen Tier umrahmt. Andere Kinder hatten es da so viel einfacher. Hanna konnte wählen zwischen Hund, Hamster und Hase und entschied sich für den süßen kleinen Hund. Danielas Buchstabe wurde von einem Delfin begleitet und ich war wirklich eifersüchtig deswegen. Es war einfach gemein. Katrin hatte die Katze und Marie hatte das Meerschweinchen, doch ich blieb allein mit einem Chamäleon. So ist das mit den Initialen. Man zieht durch die Welt, sucht sich selbst und findet doch nur ein Tier, mit dem man den Anfangsbuchstaben teilt. Weiterlesen

Streetart Story Zoo

Maler: Berthold Faust
Sprayer: Jascha Müller
Writer: CfFaust

Ich habe über deine Arbeit eigentlich nie wirklich reflektiert. Du warst eben der Opa, der malt, der an seinem Schreibtisch nicht gestört werden durfte, der mit einem lauten Gong zum Essen gerufen wurde und dann doch eine halbe Ewigkeit brauchte, bis er kam. Heute verstehe ich das. Dass die Farbe eben nicht eintrocknen durfte und du deshalb so lange nicht runter in die Küche kamst. Aber vielleicht mochtest du auch einfach das heiße Essen nicht. Es war ja schlecht für deinen Magen. Wir haben dich Mali genannt, eben weil du maltest, aber mit deinen ganzen Tieren, die du da maltest, konnten wir, um ehrlich zu sein, nie so recht was anfangen. Ich bin eben ein Stadtkind. Ich habe diese ganzen Tiernamen zwar alle mal in der Schule gelernt und ich erinnere mich auch noch, wie wir deine schönen Malbücher bekritzelt haben oder wie wir aus dem Apothekenheft Poster von deinen Tierbildern in ihrem Lebensraum aufgehängt haben. Aber wie soll man den Wert von einem Tierbild erkennen, wenn man es für ein Foto hält? Weiterlesen

Twittoetry 2018

15.12.2018:       Wer sind wir ohne die Geschichten und Zeugnisse unserer Vorfahren? Noten ohne passende Harmonie. Für Christiane Dubuque
11.12.2018:       How do they get the energy to do this every year all over again? And who are they? Weiterlesen

Twittoetry 2017

01.01.2017: wie eine Rakete explodieren
02.01.2017: By finding you, I found me, I found a spirit humming the same melody as my soul (Streetart Stories Porto’s Alma)
03.01.2017: Hosenrolle
05.01.2017: Und dann das berühmte Zucken im Bein
07.01.2017: Wake Up Call
08.01.2017: „Ich komm zu dir nach Hause“, flüsterte er und ließ vom Leben
09.01.2017: There is something divine about you
10.01.2017: sad eyes
11.01.2017: Bilder meines Innersten verfolgen mich
12.01.2017: Kreis, lauf!
13.01.2017: Soul, who am I? Weiterlesen

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